Alles hat seine Zeit.

 🕒  Lesezeit: ca. 4 Minuten

Alles hat seine Zeit. Ein schöner Satz, den wir sagen können, wenn uns gerade nichts Besseres einfällt und wir trotzdem gerne ein bisschen weise wirken möchten.

Aber manchmal stimmt er einfach.

Dieser Blog hatte seine Zeit. Und was für eine. Er war mein Anfang. Mein Sortierplatz. Mein „Ich schreibe das jetzt mal auf, damit ich selbst verstehe, was hier eigentlich gerade passiert“. Er war der Ort, an dem aus einer Kündigung nicht nur ein Ende wurde, sondern langsam, Satz für Satz, ein neuer Anfang.

Und genau deshalb fühlt es sich auch nicht ganz leicht an, diesen Beitrag zu schreiben.

Aber es fühlt sich richtig an.

Denn die Zeit der regelmäßigen Blogbeiträge ist vorerst vorbei.

Nicht, weil mir nichts mehr einfällt. Das wäre schön einfach. Dann könnte ich sagen: leerer Kopf, leere Seite, fertig.

Es ist eher das Gegenteil.

Mein Kopf ist voll. Meine Hände sind voll. Mein Herz auch ein bisschen. Nur eben gerade nicht mit Blogbeiträgen, sondern mit Holzstaub, Farbresten, To-do-Listen, Entscheidungen, Verpackungsideen, Workshopkonzepten, Websitebaustellen und diesem großen, manchmal völlig verrückten Wunsch, mit LéKatsch irgendwann meine Rechnungen bezahlen zu können.

Und dafür brauche ich gerade alles, was ich habe.

Meine Kreativität. Meine Zeit. Meine Energie. Meine Geduld. Meine Nerven. Auch die, die ich eigentlich gar nicht mehr übrig habe, die sich aber freundlicherweise trotzdem jeden Morgen wieder irgendwo unter dem Sofa hervorziehen lassen. Meistens kleben Staubflusen daran.

Ich habe hier in den letzten Monaten sehr viel aufgeschrieben. Über Umwege. Grenzen. Zweifel. Mut. Müdigkeit. Hoffnung. Über das Anfangen, obwohl ich noch nicht wusste, ob ich es kann.

Jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich weniger darüber schreiben muss, wie sich Anfangen anfühlt.

Sondern tatsächlich anfangen muss.

Das heißt nicht, dass dieser Blog für immer geschlossen ist. Ich glaube nicht an solche endgültigen Sätze. Dafür kenne ich mich inzwischen gut genug. Vielleicht kommt irgendwann wieder ein Gedanke, der unbedingt raus will. Vielleicht ein Text. Vielleicht viele. Vielleicht auch keiner.

Alles hat seine Zeit.

Und gerade ist die Zeit, in der ich meine Worte ein bisschen zur Seite lege und meine Hände machen lasse.

Der Blog bleibt hier. Nur etwas leiser. Nicht mehr ganz vorne im Schaufenster, sondern eher wie ein gutes altes Notizbuch im Regal. Du kannst es noch aufschlagen. Darin blättern. Wiederfinden, wo alles angefangen hat.

Und falls es hier doch irgendwann weitergeht, musst du nicht zufällig im richtigen Moment vorbeischauen.

Du kannst dich in meinen kleinen E-Mail-Verteiler eintragen. Dann bekommst du eine Nachricht, wenn es einen neuen Beitrag gibt.

Kein wöchentlicher Newsletter. Kein Postfach-Konfetti. Kein „Ich melde mich jetzt ständig, weil ich das als selbstständiger Mensch offenbar so machen soll“.

Nur ein kurzes: Da ist etwas Neues.

💬 Und du?

Vielleicht hast du selbst etwas zu sagen.

Einen Gedanken, der schon länger in deinem Kopf herumliegt. Eine Geschichte, die nicht ganz fertig ist, aber trotzdem raus möchte. Einen Text über Umwege, Anfänge, Scheitern, Weitermachen, Kreativität, Mut, Zweifel oder das schöne Chaos dazwischen.

Dann musst du nicht warten, bis ich hier wieder regelmäßig schreibe.

Du kannst selbst aktiv werden.

Wenn du Lust hast, einen Gastbeitrag für diesen Blog zu schreiben, melde dich gern bei mir. Vielleicht wird aus meiner kleinen Pause dann kein ganz stiller Raum, sondern ein Ort, an dem zwischendurch andere Stimmen auftauchen dürfen.

Keine perfekte Bühne. Eher ein offenes Notizbuch.

Bis dahin: Danke für deine Zeit. Dafür, dass meine Gedanken nicht im leeren Raum verpufft sind. Danke für deine Reisebegleitung. Fürs Mitlesen. Mitdenken. Wiederkommen.

Weiter
Weiter

Kein Thema